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Erneut Ärger um "Die Groben Popen"? Anwohner aus der Worzeldorfer
Hauptstraße werden der Rockband Tierquälerei vor. Anlass war ein
Konzert im ehemaligen Casino des Reitstalls kurz vor Weihnachten.
Hartmut Thumser, evangelischer Pfarrer in Worzeldorf und Gitarrist
der Band, weist die Kritik zurück. Alles sei ordnungsgemäß und mit
Genehmigung der Beteiligten über die Bühne gegangen.
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Das Rock-Trio, bestehend aus Pfarrer Thumser, dem ehemaligen Religionslehrer
Ernst Cran (Bass) und Produktmanager Michael Konrad (Schlagzeug)
hatte schon zu Beginn seiner Karriere als erste Pfarrer-Band für
Furore und Ärger gesorgt. In einem Video-Clip zur Debut-CD ("Iss
das Brot, trink den Wein") sprangen Thumser und Cran zum Verdruss
ihrer Vorgesetzten im Talar über den Kirchenaltar.
Die Einladung zum Konzert bei "Erol" in der Kneipe "Am
Alten Kanal", zwei Tage vor Weihnachten, verhieß ebenfalls nichts
Gutes. Zumindest aus Sicht der Nachbarn. "Die Groben Popen" luden
darin zu ihrem persönlichen Dreikönigstreffen mit lauten Klängen
und frechen Tönen ein. Versprochen wurde ein Abend ganz in der Tradition
der Popen: Die leibhaftigen "Heiligen Drei Könige" werden auf der
Bühne erscheinen. Einer aus der Band hat leider die Verliererkarte
gezogen und muss den Neger machen ...". Ansonsten werde man den
kleinen Saal nicht nur zum Kochen, sondern zum "Atomisieren" bringen.
Es sei denn, so heißt es im ironisch provokativen Pressetext weiter,
auch dieses Konzert werde wie das im letzten Jahr sicher vorzeitig
beendet. Entweder von der Polizei, weil sich Anwohner beim "heute-journal"
gestört fühlen, oder vom Tierarzt, "der die einen Stock unter der
Kneipen dösenden zuckerkranken Stuten vor dem Kreislaufkollaps retten
muss!".
Dies sei sehr verharmlosend, meint Nachbar Günther Hamperl, der
wegen der Veranstaltungen in der Kneipe, dem ehemaligen Reiter-Casino,
seit Jahren Klage bei der Stadt und der Polizei führt. Die im Erdgeschoss
eingestellten Pferde würden in ihren Boxen durch den "Rockmusik-Lärm"
geradezu verrückt und stoßen mit den Hufen gegen die Wände. Das
könne doch wohl nicht im Sinne des Tierschutzes sein. Die "Popen",
so Hamperl in seinen Briefen an das städtische Ordnungsamt und die
Polizei-Inspektion-Süd, sollten in Wirtshaus-Sälen oder in Kirchweihzelten
auftreten, nicht aber in einem Reitstall.
Alles halb so wild, beschwichtigt Pfarrer Thumser. Man habe natürlich
mit dem Reitstallbesitzer vorher alles besprochen, die Kritik sei
unangebracht. Bassist Ernst Cran: Um 22 Uhr ist das Konzert zu Ende
gewesen, weil da "unsere Lizenz zum Krachmachen" auslief. Und die
Pferde? Cran sarkastisch: "Von denen war an dem Abend kein Laut
zu hören. Wahrscheinlich schon prophylaktisch notgeschlachtet. Es
gibt mir zu denken, dass bei ‚Erol' nach unserem Konzert die Currywurstpreise
gesunken sind ..."
Übrigens: Fürs nächste Jahr haben die "Popen" erneut ein Gastspiel
im Worzeldorfer Reiter-Casino geplant. Dann wollen die eventuell
ihre zweite CD vorstellen. Falls sich bis dahin ein Produzent oder
Sponsor findet.
Nürnberger Anzeiger, 29.12.1999
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